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Episode 10 | EBCA Coach Of The Year 2024 - Dominik Buder

Tom Bieth Season 2 Episode 2

🏆 Dominik Buder: Der Erfolgscoach hinter Deutschlands U12-Baseball-Dominanz! ⚾

Drei Europameistertitel in Folge und eine neue Generation von Baseball-Talenten in Deutschland – Dominik Buder ist der Mann hinter diesem Erfolg! In dieser spannenden Episode des WePlayBall.de Podcasts spricht der European Baseball Coaches Association (EBCA) Coach of the Year über seinen Weg vom Bundesliga-Spieler zum Top-Trainer, die Entwicklung junger Talente, die Herausforderungen bei Weltmeisterschaften und seine ganz persönliche Coaching-Philosophie. Ach ja, und darüber hinaus spricht Dominik auch über seine most favorite Sneakers.

Wie schafft man es in die U12-Nationalmannschaft? Warum ist mentale Stärke oft entscheidender als Technik? Und was war der legendärste Moment seiner Karriere? 🎙️

Taucht mit uns ein in die faszinierende Welt des deutschen U12 Baseballs – jetzt reinhören! 🎧⚾

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Hallo und herzlich willkommen zur neuen Folge des WePlayBall.de Podcast. Ich freue mich auf eine besondere Folge heute. Ich bin unterwegs, ich bin in Paderborn vor Ort und habe als Gesprächsgast unseren WBSC Europe Coach of the Year Dominik Buder mit mir. Head Coach der U12 Nationalmannschaft und ich freue mich auf eine spannende Folge mit ihm. Hallo Dominik, schön, dass du da bist. Hi Tom, danke, dass ich da sein darf. Sehr gerne. Ja, es gibt ganz viele Fragen, die ich natürlich mitgebracht habe, nachdem du den Titel Coach of the Year im letzten Jahr bekommen hast. Erzähl doch mal vielleicht für alle draußen, die dich noch nicht kennen. Wo kommst du her und wie ist deine Baseballkarriere gewesen und was hat dich hierher verschlagen quasi als Coach der U12 Nationalmannschaft? Ja, ich bin Paderborner tatsächlich.


Ich wurde jetzt in der Zeitung wegen dieser European Coach of the Year Auszeichnung als gebürtiger Salz-Kottener geehrt und bin aber eigentlich gefühlter Paderborner. Salz-Kotten ist hier in der Nähe. Ich bin hier geboren, groß geworden, habe als Kind angefangen Baseball hier zu spielen, bin über die DBA und Nationalmannschaften in die Bundesliga reingerutscht. Ich habe da 15 Jahre hier für Paderborn, für die Untouchables gespielt und bin in dem Zuge dann irgendwann von George Bull, meinem Chef, für die DBA. Ich habe dann angefangen mit 12 als Assistant Coach mit ihm zu arbeiten und er ist ja nicht nur mein direkter Chef, sondern auch mein Mentor als Kind schon gewesen. Er war früher mein Coach. Ich würde echt behaupten, nicht nur weil er mein Chef ist, dass ich eigentlich alles, was ich so im Baseball an Expertise gelernt habe, schon von ihm beigebracht bekommen habe.


Natürlich lernt man als Coach immer dazu, sollte immer so ein trockener Schwamm sein und alles mitnehmen. Man hat viele Einflüsse, aber er würde ich schon sagen, ist so der Haupt. Einfluss auf meinen Coaching-Style heutzutage und so bin ich in Paderborn dann auch verwurzelt. Genau, U12 Nationalcoach. Bist du seit wann jetzt genau? Ich habe die U12 2021 übernommen. Also 2020 hat George mir das Amt übergeben. Da hat leider nichts stattgefunden. Im Jahr darauf haben wir dann in Belgien begonnen. Damals war George noch dabei als General Manager. Wir haben uns im Team dabei, aber ich habe das Team schon gemanagt. Da waren wir auch schon echt gut, sind Dritter geworden. Das war ein riesiger Erfolg damals, weil wir als deutsche Nation zwar schon 2016 mal Europameister geworden sind, aber gegen Italien, Holland und Tschechien dann schon oft das Nachsehen hatten.


So war es auch bei der EM damals und dann kam irgendwie dann der große Umbruch für ein paar Jahre hier für uns. Guter Punkt. Wir sind heute 2025 mittlerweile die dritte Europameisterschaft in Folge mit der U12. Wir haben gewonnen. Wenn du dich so ein bisschen zurückerinnerst an die erste EM 2022 dann in Wien. Erzähl doch mal so ein bisschen für alle, die das nicht so mitbekommen haben. Wie hast du das wahrgenommen damals, die Zeit und auch wie ist das gelaufen? Ja, es war natürlich rückblickend unglaublich und auch sehr unerwartet. Wir sind da mit unserem Standardziel angereist, das Halbfinalticket zu lösen. Danach ist immer alles möglich. Das ist natürlich immer schwierig. Weil wir irgendwie typischerweise immer schwierige Gruppen haben. Wir haben oft Frankreich bei uns in der Gruppe, eine sehr starke Nation, hatten Tschechien bei uns in der Gruppe.


Das heißt, Zweiter zu werden, war schon mal sehr schwierig. Haben wir dann gemacht, relativ vorzeitig auch das Halbfinalticket gelöst. Dann hatten wir einen riesen Brocken Italien vor der Brust. Die hatten uns im Jahr davor noch gedemütigt. Bei der EM 2021 kann man echt sagen, da haben wir, ich glaube, im Erste in den 8-0 oder so schon hinten gelegen. Obwohl wir Favorit waren. Weil wir bis dato im Turnier waren. Weil wir im Turnier unglaublich gespielt haben. Also die Jungs damals waren großartig. Hatten dann eine kleine Schwächephase, die die Italiener wirklich ausgenutzt haben. Und dieses Jahr, in dem Jahr war es dann genau andersrum. Da haben wir die Italiener von vorne bis hinten dominiert, dann souverän ins Finale eingezogen. Gegen unsere Freunde aus Tschechien dann, zu denen wir ein sehr gutes Verhältnis pflegen.


Und hatten dann das unglaublichste Finale aller Zeiten. Ich meine, du warst ja vor Ort. Das war also für uns alle, für mich natürlich, ein Abstand. Ich bin da tausend Tode gestorben an dritter Base als Coach. Als Coach ist es so schwierig. Du kannst selbst so wenig ins Spiel eingreifen und musst den, ich sage immer, mein beruflicher Erfolg hängt von der Nervenstärke von Zwölfjährigen ab. Das ist immer etwas herausfordernd. Aber die haben das großartig gemacht. Wir haben dann im dritten Ex-Training gewonnen tatsächlich. Und das war für uns natürlich unglaublich. Auch für die Kinder, dass man hatte damit nie gerechnet. Irgendwie man träumt. Und träumt ja immer von dem großen Erfolg. Aber man muss auch immer realistisch bleiben. Gerade wir als Trainer können das.


Unseren Spielern bringen wir auch immer bei, dass sie immer an ihr Ziel glauben sollen, alles dafür geben sollen. Das haben sie auch gemacht. Und dann spektakulär die Europameisterschaft gewonnen. Die erste Europameisterschaft, aber nicht die letzte, sondern die zwei folgenden Jahre dann auch. Wenn du so ein bisschen vergleichst den ersten Titel jetzt zu dem letzten Erfolg bei der Heim-EM im letzten Jahr hier in Paderborn. Was sind so die wesentlichen Punkte, wo du sagst? Hat sich was geändert? Gab es Punkte, die jetzt einfach, ja, wir sind jetzt mittlerweile Favoriten, würde ich meinen, was jetzt die Altersklasse angeht. Aber so ein bisschen das zu reflektieren. Ja, es ist ja unsere zweite Europameisterschaft gewesen, die wir gewonnen haben. Wir hatten ja fünf Jahre vorher, hatte Georgia schon mal die Europameisterschaft U12 gewonnen.


Von daher waren wir natürlich schon eine Nation, der man Titel zutraut. Danach der Titel in Frankreich, da haben wir unsere Leistung bestätigt. Waren auch das erste Mal dann bei einer Weltmeisterschaft als amtierender Europameister, was finde ich sehr, sehr besonders war, weil die Konstellation ist immer so, dass der Europameister vom Vorjahr zur Weltmeisterschaft fährt. Und das ist dann in der Regel ein anderer Jahrgang. Und die Leistung ist nicht immer gleich. Das heißt, oft hat man die Situation, dass man mit einem schwächeren Team zur Weltmeisterschaft fährt, wo wir als Europäer es immer sehr schwierig haben. Deshalb war es besonders, das zweite Mal dann das zu bestätigen. Und waren dann natürlich schon im Kreis der Favoriten als amtierender Europameister. Dann jetzt bei der Heim-EM in Paderborn. In Deutschland war es dann ganz anders.


Da waren wir absolut haushoher Favorit. Das erfährt man dann immer so beiläufig von anderen Trainern, die einem dann auch, George sagt das immer so schön, früher haben die Holländer und die Italiener uns so beiläufig gegrüßt und auch mal ein Hallo nicht erwidert. Und jetzt nach diesen ganzen Jahren des erfolgreichen Baseballs, nicht nur U12, aber auch U12, haben wir uns dann auch wieder so eingeladen. Und jetzt nach diesen ganzen Jahren des erfolgreichen Baseballs, nicht nur U12, aber auch U12, zollen sie einem extrem großen Respekt für die Arbeit, die wir auch geleistet haben und die Spieler und alle drumherum. Und das ist sehr, sehr besonders gewesen in Paderborn. Und dass wir das dann so souverän gewonnen haben, ist natürlich was ganz Tolles gewesen. Ja, ich durfte dabei sein. Ich habe die Livestreams ja für WBSC Europe gemacht.


Das war auch von der Stimmung ganz toll. Also eine Heim-EM natürlich mitzuerleben. Hier in der Anlage. In Paderborn auf der Anlage, die auch wirklich wetterunabhängig ermöglicht hat, dass alle Spiele komplett gespielt werden konnten, auch wenn das Wetter nicht ganz so toll war. Aber das war schon wirklich ein Highlight, mit den ganzen Fans hier vor Ort dann auch die Europameisterschaft und den Titel dann natürlich zu feiern. Nochmal ganz kurz zurück zur WM, weil alle zwei Jahre findet ja die U12 WM statt. Die Europameisterschaft jedes Jahr. Jetzt mit dem Titel im letzten Jahr die Qualifikation auch für die diesjährige WM. War die WM 23 die erste für dich als Coach, als Spieler? Und ja, was haben wir zu erwarten für die WM dieses Jahr?


Und vielleicht noch ein bisschen, wie war das Abschneiden denn bei der WM 23, der U12? Ja genau, 23 war meine erste Weltmeisterschaft, sowohl als Spieler als auch Trainer. Also als Spieler habe ich es damals in der Junior-Nationalmannschaft knapp verpasst. Ich war so ein Heißsporn als Spieler selbst und habe es mir damals ein bisschen selbst verbaut, obwohl ich es leistungstechnisch schon verdient hätte. Jetzt auf der anderen Seite als Manager kann ich es durchaus verstehen, warum ich nicht mitgefahren bin. Das konnte ich damals als Spieler noch nicht nachvollziehen. Und deshalb war es jetzt für mich das erste Mal in Taiwan und es war ein unglaubliches Event. Also ein unglaublicher Eindruck, auch ein krasser Reality-Check für uns als Deutsche. Man fährt so als hoch gefeierte Mannschaft nach Taiwan und es ist auf einmal wieder nur ein kleiner Fisch im Becken.


Und gegen die großen Nationen Japan, Amerika, Taiwan auch. Im Nachwuchs vor allem. Die haben wir alle gefacet, außer Amerika zum Glück. Die sind ja auch Weltmeister geworden und die haben unglaubliche Ergebnisse eingefahren. Gegen andere Mannschaften. Also die haben dann, ich weiß es gar nicht mehr genau, die haben dann Tschechien mit 30 Punkten geschlagen. Das war irrsinnig. Wir haben es torisch gut abgeschlossen. Wir haben drei Spiele gewonnen bei der WM. Das haben wir noch nie vorher geschafft. Vorher hatten wir einen Sieg. Wir haben Australien geschlagen. Wir haben die Tschechen geschlagen. Und wir haben, Australien? Ja, die hatte ich. Neuseeland. Neuseeland geschlagen, genau. Ja, das war was ganz Besonderes. Also die Kids haben sich da auch unglaublich weiterentwickelt. Sind über ihre Grenzen hinausgegangen. Was gerade für uns Zwölfer überhaupt nicht selbstverständlich ist.


Das war schon echt krass. Und Blick für dieses Jahr, Ausblick so ein bisschen. Kannst du einschätzen, wie die Teams sonst im Moment sind? Oder wie würdest du das Team dieses Jahr im Vergleich zu vor zwei Jahren vergleichen? Hast du da einen Eindruck? Ja, das wird sich übers Jahr zeigen. Also wir arbeiten ja sehr kontinuierlich. Und wir haben auch immer Werte erhoben, dass wir auch ungefähr sehen, wo wir leistungstechnisch stehen. Gerade die Physik ist für europäische Teams immer ein Nachteil, weil wir aus einem viel kleineren Pool an Spielern schöpfen müssen, als die großen Nationen das können. Erwartungsgemäß, ich habe das aber auch bei den letzten zwei Europameisterschaften gesagt, das werfen mir viele vor, das ist auch richtig, da habe ich gesagt, dass wir jetzt eigentlich unsere Ansprüche ein bisschen runterschrauben müssen, weil es schwieriger wird.


Und wir haben es dann doch zweimal gewonnen in Europa, obwohl ich damit nicht direkt gerechnet hätte im Winter. Ein Lob an die Kids, die haben sich krass entwickelt und das wirklich großartig gemacht. Ich muss aber auch dieses Mal sagen, dass wir jetzt ein jüngeres Team haben. Wir haben jetzt auch das erste Mal in Barcelona einen jüngeren Jahrgang nominiert. Das ist unsere erste Maßnahme mit der Nationalmannschaft. Und das zeigt schon, dass wir mit einem jungen Kader anreisen werden. Der dementsprechend physisch ein bisschen hinterherhängen wird. Und dann muss das wichtigste Tool entscheiden, was wir in Deutschland haben. Das ist das mentale Tool. Die mentale Stärke, der unbändige Siegeswille. Und wenn die das aufs Feld bringen, ist alles möglich. Das sagt man nicht nur so, das ist nicht so eine Floskel, sondern das stimmt wirklich.


Aber wir müssen da mit sehr gedämpften Erwartungen anreisen. Also das wird unsere Marschroute sein. Aber dein Ziel, wie vor zwei Jahren drei Siege, wieder in die Richtung? Ja, ich wäre jetzt natürlich, es wäre total klasse. Unser Ziel ist, wie Halbfinale bei der EM, ist bei einer Weltmeisterschaft, glaube ich, ein realistisches Ziel, ein Spiel zu gewinnen. Am besten schon in der Vorrunde. Und ja, das wäre großartig. Drei Spiele zu gewinnen, das wäre, also ich habe jetzt unsere Gruppe gesehen, wir haben eine absolute Horrorgruppe. Da haben wir nur Australien, die erstmal schlagbar in Anführungsstrichen sind. Die waren letztes Jahr, die waren 23 schlagbar, das haben wir auch gemacht. Ob sie dieses Jahr schlagbar sind, wird sich zeigen, ja. Gut, es sind jetzt viele Zuhörerinnen und Zuhörer draußen, Kinder vermutlich auch, Spielerinnen und Spieler, die diesen Podcast hören.


Wie schafft man es überhaupt in die U12-Nationalmannschaft? Kannst du ein bisschen was dazu erzählen? Wenn ich jetzt talentiertes Nachwuchs-Baseballkind bin in Deutschland, was sind so die Schritte und vielleicht auch für alle Eltern interessant, also wie kann man sich in den Pool der U12-Nationalmannschaft spielen? Ja, aber wir sind ja in der Deutschen Baseballakademie sind wir ein Verein. Also wir sind keine traditionelle Nationalmannschaft, die sich einfach aus ganz Deutschland die besten Spieler raussucht und mit denen dann auf Turniere fährt, sondern unser Hauptziel ist, den deutschen Baseball in der Breite zu verbessern und vor allem junge Kinder auszubilden. Und das machen wir über unsere Maßnahmen, das sind Baseball-Camps. Und bei der U12-Nationalmannschaft, das heißt, wir machen das, die U12 fangen wir seit ein paar Jahren bei den Future-Stars U10 an.


Da haben wir ein gutes System, wo die Kids viel spielen. Da ist die Ausbildung noch im Hintergrund, aber die spielen viel, was sehr wichtig ist für die Kinder. Wir spielen das Allerwichtigste im Baseball, da lernt man am meisten. Und darüber kommt dann die erste Berührung mit der U12-DBA tatsächlich, wo die DBA so richtig losgeht. Und das ist der U11-Call-up, da laden wir so die besten 30, 40 Kids aus Deutschland ein, die über Coaches empfohlen werden. Da haben wir Coaches, die wir kennen in ganz Deutschland, die ja auch in ganz Deutschland, das muss man auch nochmal in Forderung stellen, großartige Arbeit leisten. Die empfehlen uns dann Spieler, daraus wählen wir dann einen Pool aus, die laden wir ein.


Dann die nächste Maßnahme ist der Winterball U12, den wir jetzt 2024 das erste Mal gemacht haben, wo wir 50 Spieler in Paderborn einladen und dort die schon mal auf Herz und Nieren prüfen und mit denen viel trainieren, gerade in die Technik reingehen, was für den Erfolg auf konstanter Basis unglaublich wichtig ist. Und danach kommen dann die Sommercamps. Die U12-Sommercamps, da laden wir auch nochmal so um die 40 Kids ein. Das ist immer so eine Nachselektion, es kommen ja immer welche dazu, manche fallen raus. Das ist auch immer so die nicht so schöne Seite des Leistungssports, in Anführungsstrichen sage ich mal, weil bei U12 fängt man immer an, fängt der Leistungssport gerade an und da hat man leider Kids, die man manchmal einlädt und manche nicht mehr und das ist für die Kids natürlich individuell immer super traurig.


Für uns auch als Trainer, wir würden gerne 200 Kids immer einladen und mit denen Baseball machen, das geht leider nicht. Und dementsprechend, wie gesagt, Sommercamp, nach den Sommercamps kommt dann der finale Cut für die Europameisterschaft und dann fahren wir aufs Turnier. Ja, das ist ein wichtiger Punkt. Ich meine, auch in meiner Verantwortung für die Jugend in Deutschland bin ich sehr dankbar, dass es die DEBR natürlich gibt. Für alle, die es nicht wissen, es gibt keine Fördermittel für die Nationalmannschaften der Altersklassen unter 18 Jahre. Dann gibt es Fördermittel eben vom BMI für Nationalteams und diesen Part der Finanzierung und auch des ganzen Organisierens übernimmt hier für uns in Deutschland die DEBR im Baseballbereich. Insofern auch dafür natürlich von meiner Seite vielen Dank für die Unterstützung und dass ihr vor allem auch als Coaches natürlich eure Zeit auch einbringt.


Und auch da viel Zeit und viel, viel Wissen an die Kids vermittelt. Ja, ein bisschen Überblick, was mich noch interessieren würde, wäre in Richtung, kannst du mir oder den Zuhörerinnen und Zuhörern ein bisschen über die Schwerpunkte der Trainingsmethoden geben? Auf was legst du besonderen Wert? Jetzt haben wir ja gesagt, was muss man tun, um in die DEBR, in das Programm zu kommen, aber was ist dann so der Punkt, auf was legst du Wert? Was ist so ein besonderer Schwerpunkt? Ja genau, also ich trainiere ja von U12 Vereinsbreitensport über U12, U15 Nationalmannschaft bis hin sogar, ich war jetzt bei dem European Development Tournament von der Major League Baseball, wo U23 International Prospects trainiert und gemanagt werden. Die Ansätze unterscheiden sich immer fundamental.


Ich denke, wo wir bei der DEBR gerade einen Ansatz, einen sehr wichtigen Ansatz haben, ist natürlich die Ausbildung der Grundlagen, die technische Ausbildung der Grundlagen, aber ein unglaublicher Fokus liegt bei uns, wie schon vorhin mehrfach erwähnt, auf dem mentalen Aspekt des Spiels, der unglaublich wichtig ist, einfach für den Erfolg auch das Gelernte Technische umsetzen zu können, richtig, weil es gibt so viele Schönspieler, die aber dann, wenn es gilt, nicht performen können und das bringt einem dann leider kein gutes Ergebnis. Deswegen ist das so grundsätzlich unser Ansatz, denke ich. Den habe ich ja auch nicht erfunden, den hat George Bull erfunden bzw. geprägt. Er sagt immer so, das ist unser Recipe for Success, also unser Erfolgsrezept und dem folge ich auch nur.


Ich persönlich würde sagen, mir ist es immer so ein großes Anliegen, dass Kinder Baseball lieben und auch das Leben lernen so ein bisschen. Ich denke für Kinder, gerade in dem jungen Bereich, ist Struktur unglaublich wichtig, an der sie sich orientieren können, entlanghangeln können. Es geht natürlich hier auch nicht ohne gutes Personal. Also das ist das, was wir in der DBA durch diese tolle Förderung der Nixor Sport- und Jugendstiftung realisieren können. Wir haben sehr, sehr gutes Personal, also eigentlich nur Fachleute, die eine unglaublich gute Baseball Expertise haben. Ich persönlich schätze das, dass wir so exogen, eigentlich ein sehr, sehr heterogenes Team sind. Wir haben jung, alt, Baseball, nicht Baseball, aber endogen sind wir sehr gleich. Also wir sind alle so sehr homogen, was so den Inhalt der Arbeit angeht.


Alle haben immer einen extra Drive, alle arbeiten mehr als sie müssen, alle lieben den Sport, alle lieben die Arbeit mit den Kids und wir schaffen dadurch so ein fast schon familiäres Setting für die Kids und ich glaube, das ist unglaublich wichtig, dass die Kinder sich entfalten können, weil natürlich der Erfolgsdruck, ich hatte von Leistungssport gesagt, das ist immer so ein bisschen kontrovers diskutiert, gerade in dem jungen Altersbereich, durch dieses fast familiäre oder freundschaftliche Setting bei uns in der DBA schaffen wir das, dass die Kids sich trotz der großen Anforderungen und der Drucksituation sich wohlfühlen können und ich glaube, das ist unglaublich wichtig. Es gelingt uns natürlich nicht immer, also wenn man mit Menschen arbeitet, hat man immer große Herausforderungen, weil alle unterschiedlich sind, und die alle unter Dach und Fach zu kriegen, ist sehr, sehr schwierig.


Ich merke das persönlich auch immer, wenn wir mit den ganzen Eltern arbeiten, wenn wir 40 Kinder einladen, haben wir 80 Eltern im Hintergrund, die alle eine Mission haben, das ist ihren Sohn möglichst bestmöglich zu fördern. Ich kenne das von mir früher auch, man hat immer nur den Blick auf sich selbst, aber ich muss Blick auf alle haben und das unter einen Hut zu kriegen, ist natürlich auch herausfordernd, aber deswegen ja, also Struktur ist wichtig, wir sind immer sehr, sehr gut vorbereitet, wir arbeiten mehr als, jeder arbeitet so viel, wie er kann, das sagt man, sagen wir nicht nur so, wir leben das auch so, also man sieht keinen unserer Coaches irgendwie lange rumsitzen oder nichts machen, du kennst es ja, mit Tino, ihr seid da den ganzen Weg gegangen und wir arbeiten auch sehr kontinuierlich, also es fängt in U12 an,


über U15 bis zu U18 mittlerweile, muss man auch sagen, durch die Kooperation mit dem DBV, das ist auch nicht selbstverständlich, dass sie uns dieses Vertrauen schenken, dass wir das machen, wir zahlen das Vertrauen zurück durch die Erfolge, die ja erst seitdem die DBA das übernommen hat, dann wirklich international, das ist auch nicht selbstverständlich, dass sie uns dieses Vertrauen schenken, dass wir das machen, weil wir gleich beim National in der Spitze kamen und – ja. Wenn du jetzt den Spielerinnen oder Spielern, oder Coaches draußen, die zuhören, noch Tipps gibst, du hast das Momentale angesprochen, ist das was, wo die Vereine auch einen weiteren Schwerpunkt legen sollten? Oder was würdest du dir wünschen als Nationalcoach, was die Ausbildung, die Grundausbildung angeht sozusagen, der Kids?


Ja, ich werde das ganz oft gefragt, ich krieg auch oft E-Mail-Anfragen, ich find's immer großartig, meine Leute mich kontaktieren und ich finde die'd noch immer gerne LEOg und O-Gruppen zugestehen, wissbegierig mir entgegentreten, ist es sehr individuell. Deswegen ist es immer schwierig für mich, da konkrete Tipps zu geben, weil auch bei uns, ich will es nicht improvisiert nennen, aber wir haben eine gewisse Vorbereitung, wir haben eine gewisse Agenda, die wir uns vornehmen und dann kommen 40 völlig neue Kinder zu uns und wir müssen unser Programm auf die auch anpassen. Und so müssten eigentlich das auch alle Coaches machen. Ich glaube, es ist mir wurde mal vorgeworfen, dass ich nicht empathisch sei. Das ist lustig, weil ich glaube, Leute, die mich nicht kennen, mögen das vielleicht so wahrnehmen von außen, aber alle Leute, du kennst mich auch mittlerweile gut,


die mich kennen, wissen, dass ich unglaublich empathisch bin und ich glaube, das ist unglaublich wichtig in der Arbeit mit Menschen auch, dass man sich hineinfühlen kann und ich glaube, das ist für Coaches wichtig, dass man mit einer guten Intention und einer guten Idee, die am besten auch fundiert ist, dass es nicht irgendwie was aus der Luft gegriffen ist, mit den Kindern oder den Athleten, den Spielern arbeitet und dann seine Idee auch anpasst, um es denen bestmöglich gerecht zu machen. Das war jetzt sehr kryptisch gesprochen, aber das ist leider die Kunst dann an der Stelle, das vernünftig auf die Kinder oder die Athleten anzupassen. Und da ist es wichtig, eine gute Vorbereitung, eine Struktur, weil wenn man das hat im Vorfeld, man muss es immer ändern auf dem Baseballfeld.


Aber wenn man es nur ändern muss, ist man viel besser, aufgestellt, als wenn man zum Baseballplatz mit einem Eimer kommt und sich dann überlegt, was man machen will, beispielsweise. Und ich denke, wenn man das alles macht, hat man auch die Zeit für den mentalen Aspekt, weil dann hat man so diese Grundboxen alle gecheckt und dann kann man nämlich den nächsten Schritt gehen als Coach und dann auch den Kindern erklären, wie schlägst du besonders gut. Ein guter, wichtiger Punkt, den wir bei der DBA immer bearbeiten, weil das viele Kinder in Deutschland zum Beispiel falsch machen, sagen wir immer in einer der ersten Sessions, das ist so, hast du schon mal gehört, dass dein Coach sagt, warte auf deinen Pitch. Dann sagen die immer, das ist natürlich genau falsch.


Die Idee dahinter ist richtig, aber der Trigger ist nicht der richtige, weil wir als Spieler immer denken müssen, dass der nächste Pitch genau mein Pitch ist, also entweder als Hitter, dass ich den jetzt schlagen will, den nächsten Pitch, oder als Pitcher, dass das jetzt den Pitch ist, den ich reinknalle. Und wenn die Spieler das schaffen, umzusetzen, schlagen sie viel aggressiver, weil es ist viel leichter, den Schwung zu stoppen, als ihn zu starten. Das ist so die Natur der Sache. Und das ist eine Sache, die würde ich mir wünschen, dass das alle Coaches in Deutschland umsetzen würden. Als ein Touchables-Trainer würde ich mir das natürlich nicht wünschen, weil unsere Konkurrenz stärker wird. Als Bundestrainer wünsche ich mir das, weil wir viel zu zögerlich sind. George sagt auch immer, Zögerer und Zauderer gewinnen nichts.


Das ist auch leider so. Und dementsprechend, ich glaube, ein gewisser Grund, Energie aktiv zu sein, ist unglaublich wichtig. Ich glaube, darauf würde ich es schon fast beschränken, diesen mentalen, fokussierten Aspekt, dass es das Einzige ist, wo ich merke, jetzt gerade kommen viele Spieler und Athleten zu uns in der DBA, die das noch gar nicht haben. Die haben schöne Schwünge, sind gut ausgebildet, die Vereinscoaches leisten auch, wie gesagt, gute Arbeit. Dieser Punkt ist einer, an dem viele Spieler noch feilen können, in ganz Europa. Ich möchte noch einmal kurz zurückkommen auf das Thema Kader, weil eine Besonderheit hast du ja im aktuellen Kader, im Kader des letzten Jahres auch. Du hast mit Mona Brauch die erste Spielerin, die es in die U12-Nationalmannschaften geschafft hat, was ich auch toll finde, weil wir die Mona seit dem U10-Programm ja auch kennen und ihren Weg bis hierher verfolgt haben.


So ein paar Punkte. Was sind da so die Besonderheiten im Vergleich jetzt Mona als erste Spielerin im Team? Wie nimmst du das wahr? Ist das etwas, was auch ein Modell sein kann für die Zukunft? Kannst du da ein bisschen was dazu sagen? Es ist ja ein besonderer Charme des Bereichs U12, dass das noch möglich ist. Einfach, weil die Kinder noch nicht so präpubertär einfach noch auf einem Level sind, sowohl Jungs als auch Mädels. Sogar die Mädels eher ein bisschen frühreif und weiter sind schon als die Jungs. Was ich persönlich sehr großartig und charmant finde. Ich bin ja im Frauenhaushalt groß geworden. Ich sage immer, Spaß, ich bin mit vier Frauen groß geworden. Meine zwei Schwestern, meine Mutter und unsere Hündin. Deswegen genieße ich auch immer den Umgang mit dem anderen Geschlecht, weil es einfach den eigenen Horizont nochmal erweitert.


Und das sehe ich auch bei uns in der U12. Also die Mona ist da mit super Beispiel vorangeprescht. Sie ist ja nicht das erste Mädchen in der DBA. Wir hatten das schon öfter und es zeigt sich sehr oft, dass die Mädels da einfach tougher sind. Die müssen sich da durchbeißen. Jeder hat schon mal gehört, den Satz du wirfst den Ball wie ein Mädchen. Total total despektierlich. Ist auch überhaupt nicht so gemeint. Aber meine Schwester hat beim Sportjugendspielen damals den Ball einen Meter weit geworfen, weil sie ihn zu spät losgelassen hat. Ich habe ihn über einen Sportplatz geworfen. Und die Mona macht es genau andersrum. Also die Mona ist da wirklich tougher als viele, viele der Jungs. Unglaublich tolle Teamplayerin.


Auch eine Leaderin, auch letztes Jahr schon gewesen, hat sich unglaublich gut ins Team eingefügt und hat uns auch gezeigt, dass das die richtige Entscheidung war, ein Mädchen mitzunehmen das erste Mal. Sie hatte jetzt noch nicht so viel Spielzeit, weil wir ein sehr, sehr enger Kern waren im letzten Jahr. Das wird sich in diesem Jahr höchstwahrscheinlich ändern, weil sie auch eine der älteren Spieler ist. Und ich finde es toll. Also das ist wie gesagt, U12 hat diesen tollen Charme, dass man da Sachen anders machen kann als im abgestumpften Profi-Baseball. Und dass man so Kids so etwas Unglaubliches ermöglichen kann. Ich glaube, das wird die Mona ihr Leben lang mitnehmen, dass sie Europameisterin geworden ist. Das wird ihr auch niemals wieder jemand nehmen können. Und das hat sie sich auch redlich verdient.


Und das ist natürlich toll, dass wir das so Spielern ermöglichen können. Mich interessiert auch als Verantwortlicher für Little League in Deutschland, nachdem wir das Programm vor zwei Jahren wieder gestartet haben, wie deine Einschätzung ist als U12-Nationaltrainer. Ist es für dich wahrnehmbar, Little League in Deutschland, ein anderer Spielmodus natürlich, aber was sind so deine Meinungen zum Thema Little League? Ich finde es großartig. Mehr Baseball ist besserer Baseball. Ich sehe gerade, ich mache ja nicht nur U12, sondern wie gesagt auch U15. Natürlich sind da George und Heiko Schumacher hauptverantwortlich für U. Wir haben allerdings dieses Loch. Und ich finde dieses Loch nach der U12 Richtung U15 ist für die Spieler unglaublich herausfordernd, weil es vom kleinen aufs große Feld geht. Little League wird ja Intermediate gespielt.


Das heißt, es ist die perfekte Schnittstelle zwischen diesen beiden Altersklassen und unglaublich wichtig, einfach für die Förderung der Spieler. Wir können das in der DBA nicht alles leisten. Also wir würden sehr, sehr gerne von U8 bis U23 alles fördern, durchführen und so. Es fehlt dann leider an Personal, an allem. Wir können es leider auch nicht aufteilen. Deswegen ist das großartig, dass das jetzt in die Hand genommen wurde von dir. Und wir sehen die DBA-Spieler, die da drin gespielt haben, die auch sehr erfolgreich waren, das auch direkt gewonnen haben, international gespielt haben. Das ist, wie gesagt, wie ich finde, spielerisch eine der besten Erfahrungen, die Spieler sammeln können. Im internationalen Vergleich mit Tschechien, die eine unglaublich gute Nation sind, die sind nicht nur ohne Grund so gut, die so gut, weil die immer spielen, die reisen immer, die sind international seit Jahrzehnten unterwegs.


Deswegen sind sie auch so unglaublich konstant. Und ich weiß, ich habe neulich mir mal die Musse gemacht und habe mir die Siegertabellen der ganzen Europameisterschaften angeguckt. Da sieht man ja, wie oft Tschechien dort vertreten ist. Also es ist eine richtige Macht im Nachwuchs. Und deswegen ist es ein unglaublich gutes Konzept, dort U13 nochmal speziell zu fördern. Wir werden zum Thema Little League eine eigene Podcast-Folge machen mit dem Präsidenten der Little League Südwest, mit Erik Braun in der nächsten Folge. Also seid gespannt, was dann da noch zum Thema Little League kommt. Last but not least, an dich ein paar Fragen, um dich, Dominik, ein bisschen besser kennenzulernen. Ich weiß, du bist gerne sehr gut vorbereitet auf alle Fragen. Ich habe dennoch ein paar Ad-Hoc-Fragen für dich mitgebracht, um dich einfach ein bisschen auch als Mensch besser kennenzulernen.


Frage 1. Bist du bereit? Ich hoffe es, ja. Gut, meine erste Frage wäre, welches war das größte bzw. lustigste Missgeschick, an das du dich in deiner Coaching-Karriere erinnern kannst? Ja, da gibt es natürlich viele Sachen. Wie gesagt, man versucht immer möglichst gut vorbereitet auf alles zu sein. Es gelingt einem aber nicht immer. Mir persönlich, ich glaube, mein größtes Missgeschick als Coach ist glimpflich ausgegangen. Ich darf, glaube ich, gar nicht sagen, wo es passiert ist, weil ich will nicht, dass das uns rückwirkend irgendwelche Auswirkungen hat, aber es gab ein sehr prestigeträchtiges Turnier, bei dem wir bis ins Finale gekommen sind. Da ging es dort in die Verlängerung und die Schiedsrichter und die Gegner haben sich dann getroffen bezüglich der Extra-Innings- Regel, weil dort wird Turnier verschieden, werden immer Läufer eingesetzt, entweder auf erster Base oder auf erster und zweiter Base oder auf zweiter Base.


Manchmal gibt es auch Bases loaded. Bei dem Turnier wäre es richtig gewesen, mit Läufern auf zweiter Base zu starten, diese Speed-Up-Rule. Ich habe dann aber sehr energisch durchgesetzt, dass wir mit Läufern auf erster und zweiter Base starten. Konnte auch die Schiedsrichter davon überzeugen. Es war natürlich ein fairer Wettbewerb, weil die Gegner das genauso gemacht haben. Wir haben das dann in Extra-Innings gewonnen und man weiß, das ist ein Game of Inches. So jede kleine Nuance, die was ändert, ändert den ganzen Ausgang. Und dann ist mir dann Monate später aufgefallen, dass ich völlig falsch das so durchgesetzt habe, weil es gar nicht richtig war. Das war ein anderes Turnier. Persönlich charmant. Dann die klassischen Blooper, dass man einen Ball zum Spieler zurückwerfen will und ihn ins Right-Field wirft und das Spiel unterbrochen werden muss.


Das ist natürlich total peinlich, weil auch alle einen sehen man und denken, mein Gott. Das war schon funny. Wobei mein lustigster Moment eigentlich war nicht mit mir, sondern das war, als wir die Europameisterschaft gewonnen haben in Österreich und mein Assistenz-Coach an erster Base so euphorisiert war von dem Sieg bringen Schlag, dass er tatsächlich der siegbringende Run auf die Homeplate getreten ist, schon aufs Feld gelaufen ist, um zu jubeln. Das wurde zum Glück nicht interveniert von den Schiedsrichtern Hettes, aber es gibt da ein cooles Foto von, wo man den Henry sieht, wie er auf Second Base neben dem tschechischen Second Basement steht, während der Philippe noch nicht mal auf der Homeplate stand. Das war, glaube ich, schon einer der witzigsten Momente. Lass uns aber ganz kurz, weil du gerade den Moment ansprichst, nochmal zurück switchen zur EM22.


Für alle die draußen, die das Spiel nicht gesehen haben, es gibt einen Livestream davon bei YouTube, bei WBSC Europe, von den Vienna Wanderers, dieses Extra-Inning-Spiel. Es wird fälschlicherweise Janis Schäwe als der letzte Schlagmann angesagt in diesem Livestream, weil es gab da ja nochmal den Lead-Off, Walk-Off Hit hatte ja nicht Janis, sondern Philippe Morales-Weggemann, ja. Kannst du da nochmal was dazu sagen, weil das war ja auch so ein Punkt, natürlich der, wenn man sich das Ganze nochmal anschaut, das ist natürlich das Ding. Vielleicht da nochmal ganz kurz zwei, drei Sätze dazu. Ja, das war ja schon ein historischer Moment. Also, das Finale war unglaublich. Also, ich habe so ein Spiel noch nie gesehen und live darin gewesen zu sein, war natürlich unfassbar.


Und die Situation war, dass wir viel rum wechseln mussten, weil die Kids am Limit waren. Also, wir haben da bis 22 Uhr abends, glaube ich, gespielt nach so einem langen Turnier. In Regen. Es war dann kühl. Es war dann kühl. Es war unglaublich, was die Kids geleistet haben an der Stelle. Also, so tough wäre ich in dem Alter nicht gewesen. Das steht schon mal fest. Und ja, dann hat sich einer nach dem anderen Spieler hat sich verletzt. Die Kinder sind natürlich dann auch nervlich angeschlagen. Dann ist ein leichtes Wehwehchen, wird dann krasser wahrgenommen als in einem guten Mental State. Und so musste ich dann den Schewe, der wäre wahrscheinlich am Schlag gewesen, der hatte sich vorher irgendwo verletzt oder wehgetan und konnte nicht mehr weitermachen.


Und wir sagen ja beim Baseball auch immer, wenn der Spieler denkt, er ist verletzt, dann ist er auch verletzt. Das heißt jetzt nicht, dass die Kinder nicht wirklich verletzt waren, sondern die sind dann einfach nicht mehr ready. So wie Khedira vor dem WM-Finale da gepasst hat. Das ist dann auch richtig, weil wenn es nicht 100% passt, reicht es auch nicht. Und wir haben ja diesen Schildwahl-Gedanken in der DBA. Sorry, ich drifte da ein bisschen weg wieder. Dass, wenn einer in dem Schildwahl rausfällt, dass ein anderer nachrückt und seine Position übernimmt und die genauso gut macht. Und dass es auch cool ist. Und so musste Philippe dann kalt von der Bank reinkommen und für Jannis schlagen. Der, glaube ich, kein oder wenige At-Bats hatte die ganze EM darüber.


Das haben die Tschechen mir auch gesagt, dass er noch kein At-Bat hat. Das stimmte nicht ganz. Ein At-Bat hat er ja vorher im Turnier schon. Und der hat natürlich dann historisch den Ball über einen tschechischen Left-Fielder gewuchtet zum Game-Winning-Run. Und das war natürlich unglaublich. Auch wieder so ein bisschen, ich glaube ja so ein bisschen ans Karma und ich glaube, es sollte einfach so sein. Es sollte einer unserer kleinen Ergänzungsspieler an der Stelle sein, der dann uns den Sieg einbringt. Und der Philippe wurde ja im Jahr darauf Leistungsträger, weil er dann im älteren Jahrgang auch war und hat dann uns ja nochmal die EM für uns gewonnen. Also unglaubliche Erfolgsgeschichte, ja. Okay. Gut. Zurück zu den Fragen über dich.


Jeder, der dich kennt und von außen sieht, weiß, dass du besonderen Wert legst auf Schuhe. Also ich glaube, bei vielen Outfits, egal wo ich dich begleiten durfte oder gesehen habe bisher, sind Schuhe immer ein wichtiger Punkt. Wenn du dir ein paar Schuhe aussuchen könntest, was sind deine All-Time-Favorites? Das fragen mich die Kids tatsächlich auch sehr oft. Es ist immer so charmant. Die Kids lieben sowas, ja, und ich freue mich dann, dass wir da auch so ein bisschen so Berührungspunkte haben. Ich liebe ja die Zahl drei. Deswegen müsste ich eigentlich sagen, dass mein Lieblingsschuh der Jordan 3 ist. Den habe ich heute auch zufällig an. Das ist so eine schöne Geschichte. Aber vielleicht auch Jordan 1. Also Jordan ist auf jeden Fall mein Go-To-Sneaker und ich denke so 1er oder 3er Jordan, das ist so meine Wahl, ja.


Okay. Anderes Thema. Musik spielt bei der DBA auch eine große Rolle. Also es gibt ja einige deiner Assistenzcoaches, die die Partybusse der DBA oder auch die Mietbusse bei den Turnieren unterwegs steuern und man versucht immer in den einen oder anderen Bus zu kommen mit unterschiedlicher Ausrichtung, was die Musik angeht. Wenn du einen Song hören könntest, müsstest persönlich, um dich aufzumundern, vor einem großen Spiel, welcher wäre das? Ich persönlich, welchen Song ich hören würde? Das variiert total. Also ich höre ja gerne Hip-Hop. Damit bin ich als Kind groß geworden. Also es wird auf jeden Fall in diese Richtung gehen. Wir haben bei der EM 22 sehr viele Emotions gehört. Das war ein cooler Song, den mochten die Kids auch. Ich habe da immer in meinem Team so Lieder und die sind dann, die Kids folgen dem auch.


Das ist auch immer total faszinierend und spannend zu beobachten, wie die sich zusammen, wie sie zusammen wachsen und sich dann auch ihre eigenen Rituale bauen. Und denen würde ich auch immer den Weg lassen. Der Henry hat bei uns auch einen sehr guten Musikgeschmack und der Dennis auch. Deshalb, da kann ich jetzt gar nicht so beantworten. Es gibt da nicht dieses eine Lied, wie die Nationalmannschaft das damals hatte. Das haben wir nicht. Aber es gibt immer ein paar Jungs, die sehr cool und manchmal auch sehr komische Musik mit reinbringen. Ich weiß, irgendwann war Lelele irgendwie was ganz Großes, was ich persönlich gar nicht gehört habe. Die Kinder haben es geliebt und das ist dann auch cool. Dann mögen wir es auch alle.


Oder umgekehrt, ein Flashback-Lied, was du vielleicht vor kurzem gehört hast, wo du wieder an ein Turnier oder eine Situation denken müsstest. Gibt es da irgendeinen Song, der dir einfällt? Ja, es wäre tatsächlich Emotions. Ich weiß gar nicht von wem das ist. Dennis würde es jetzt wissen, Dennis Stechmann, unser Pitching-Coach. Der ist da sehr, sehr gut in der Musik. Ich bin damit interpretiert. Interpretieren ist immer ein bisschen schwierig. Kein Problem, finden wir raus. Aber Emotions auf jeden Fall speichern wir ab. Gut, dann danke dafür. Ich habe noch zwei abschließende Fragen für dich. Zum einen, du darfst dir einen Profi aus der Baseball-Geschichte aussuchen, um den in deinem Team einzusetzen. Welcher wäre das? Ich müsste jetzt Shohei Otani sagen, aber da ich Nostalgiker bin und auch die Baseball-Geschichte liebe, wird es auch meinem Chef nachher von George The Babe Herman Ruth sein.


Also Babe Ruth ist schon der Spieler, den ich will. Also der pitcht nicht nur. Das brauchen wir natürlich. Pitcher braucht man immer. Und er ist ein krasser Schlagmann gewesen. Einer der historisch besten Schlagmänner aller Zeiten. Gibt ja immer die Diskussion, ob er heute noch so gut wäre, wie er damals war. Ich glaube das nicht. Aber er wäre auf jeden Fall richtig gut in unserem Team. Und ich glaube, das wäre eine gute Ergänzung für unser Team gewesen. Gut, vielen Dank. Das wäre die Folge für replayball.de Podcast heute. Danke Dominik für deine Zeit. Danke, dass du mein Gast gewesen bist heute. Gibt es noch abschließend etwas von deiner Seite? Die letzten Worte gelten immer oder gehören immer meinem Gast. Insofern, was möchtest du gerne noch den Zuhörerinnen und Zuhörern draußen mitgeben?


Ja Tom, erstmal vielen Dank für die Einladung und für dein Engagement allgemein für den deutschen Baseball. Das wissen wir alle sehr zu schätzen. Ich hoffe, dass die Leute noch nicht gelangweilt sind und vielleicht heute auch was mitgenommen haben. Ich freue mich natürlich immer gerne über Feedback, Input. Immer wenn ihr mich irgendwo seht auf dem Baseballplatz, quatscht mich gerne an. Auch wenn ich vielleicht nicht so aussehen sollte. Ich helfe immer gerne und stehe immer gerne mit Rat und Tat jedem zur Seite. Und ich freue mich über die Baseball-Community, dass wir so eng miteinander verwurzelt sind und gemeinsam wachsen. Das ist schön und einfach cool. Super, vielen Dank Dominik. Gerne.


Das war's für heute, wir sehen uns beim nächsten Mal.

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